Entscheidungsspiel in der Bezirksklasse

Bezirksklasse R08 02Spitzenspiel und Dramatik in der Bezirksklasse. Die beiden Mannschaften, die bisher einen Durchmarsch machten, trafen heute in der Vorschlußrunde aufeinander. Beide Mannschaften trennte nur ein halber Brettpunkt (bei "zu-Null" - Mannschaftspunkten). Wer würde sich am heutigen Tag durchsetzen? Wer wird Meister in der Bezirksklasse? Für Spannung war gesorgt...

Geisenheim II trat mit der Stamm-Mannschaft an und erwartete voller Tatendrang und Zuversicht zu Hause das Team aus Bierstadt. Die Bierstädter trafen für ihre Verhältnis spät (aber rechtzeitig) ein und hatten eine weitere Überraschung im Gepäck: sie kamen nur zu dritt. Einer der Stammspieler (Brett zwo) mußte passen und da entschied man sich, das Frontbrett freizulassen, da man sich hier bei "normaler" Geisenheimer Aufstellung am wenigsten Chancen ausrechnete. Damit lagen wir 1 : 0 in Front. An den drei anderen Brettern waren jetzt 1,5 Punkte notwendig (für den Titel) und wir hatten an zwei Brettern Anzugsvorteil.

Sophie am 4. Brett hatte sich auf die Eröffnung vorbereitet, die dann auch auf´s Brett kam. Auch Werner am 2. Brett hatte das Abspiel in den Fingern, welches er vorher vor Augen hatte. Nur bei Luca ging die Eröffnungsvorbereitung schief, schon im 1. & 2.  Zug wurden die Weichen ganz anders gestellt als gehofft.

Schock! Vielleicht durch die schiefgelaufene Eröffnung aus dem Tritt geraten, griff Luca mitten in der Eröffnung fehl und stellte einen Springer ein. Der anschließende Kampf war mehr als moralische Unterstützung für die Teamkameraden zu sehen, denn Weiß ließ sich das Spiel nicht mehr nehmen.
Was machen unsere "Weißen"?
Die Fahrtrichtung bei Werner sollte sein: das Heft mit dem Anzugsvorteil in der Hand behalten und die Initiative mit Hilfe seiner taktischen Stärke ausbauen. Im Nachhinein betrachtet ging diese Strategie eigentlich voll auf, Schwarz spielte in der gewählten Variante zwei natürliche, aber doch schwächere Züge und die weiße Initiative schwoll mächtig an (die Computerbewertung zeigt hier 1,5 Bauerneinheiten Vorteil für Weiß an). Aber welches ist das richtige Abspiel, welches die vielversprechendste Fortsetzung? Werner fand im Variantengestrüpp leider nicht den richtigen Pfad und die Partie kippte deutlich zugunsten von Schwarz.
Zu diesem Zeitpunkt erhielten wir ein Remisangebot am 4. Brett. Auch bei Sophie hielt die Eröffnung leider nicht, was wir uns versprochen hatten. Schwarz kam durch einen kleinen Trick (und weißer Mithilfe) zu Damentausch, wodurch der Druck auf das schwarze Lager deutlich reduziert war, die Stellung war ungefähr ausgeglichen. Aber es war klar, daß nur das Mannschaftsergebnis zählt und bei diesem Spielstand (1 : 1 bei einer schlechter stehenden Partie) mußte Sophie selbstverständlich weiterspielen.
Dunkle Wolken zogen auf, als Sophie ungenau fortsetzte und Schwarz einen Bauern kassieren konnte. Dieser Bauer war aber erstmal nicht so viel wert, zumal Weiß mittlerweile einiges an Raumvorteil hatte. Sophie hatte also durchaus Kompensation für den Bauern, mehr aber nicht. An Werners Brett kam dann auch noch einmal Hoffnung auf einen halben Punkt auf: Schwarz konnte zwar ein Figurenplus vorweisen, aber diese Figur war ein Springer für den Weiß einen Randbauern hatte (bei noch zusätzlich Bauern auf beiden Seiten).
Da Randbauern bekanntlich die größte Gefahr für einen Springer darstellen, war auf einmal gar nicht so abwegig, daß Werner auf der einen Seite seinen Randbauern losschickt, um dafür auf der anderen Seite alle Bauern tauschen zu können. Und Sophie fing an, im Endspiel die Initiative auszubauen. Schwarz wurde dann ungeduldig und wollte nicht weiter verharren, mußte aber beim Versuch, selbst aktiv zu werden, einen Bauern hergeben. Sophie drehte immer weiter auf und spielte ein starkes Endspiel, der Vorteil war glasklar, der Gewinn schon fast zum Greifen nahe.
Doch noch das 2,5 : 1,5 ?
Werners Gegner zeigte jedoch, daß er auch der diffizilen Endspielbehandlung fähig ist. Souverän hielt er Werners Versuche "in Schach" und zeigte auch später in der Analyse, daß er genau wußte, was er tat. Er ließ also nichts anbrennen und machte den Sack zu. 2 : 1 für Bierstadt. Können wir wenigstens die Minimalchanche zur Meisterschaft behalten? Sophie machte dann im Endspiel ebenfalls den Sack zu:

Damit also 2 : 2 Unentschieden.

SK 1950 Geisenheim 2-FC Bierstadt 22,0 : 2,0
 
 Link, Michael -  Jakesevic, Ivan + : -
 Daubitz, Werner -  Schneider, Luca 0 : 1
 Daubitz, Luca -  Gläser, Leonhard 0 : 1
 Link, Sophie -  Busch, Günther 1 : 0

 

Die dritte Mannschaft reiste nach Dotzheim, konnte dort aber leider nur einen Brettpunkt entführen:

Die Einzelergebnisse:

TuS Dotzheim 5-SK 1950 Geisenheim 33,0 : 1,0
 
 Klinke, Roland -  Topfstedt, Jens 0 : 1
 Koenig, Marfred -  Szarka, Markus 1 : 0
 Heller, Roan -  Betanski, Franz 1 : 0
 Güntekin, Ali Arda -  Sulger, Hugo 1 : 0


Die Tabelle:

#Mannschaft12345678910Sp.MPBP
1 FC 1934 Wiesbaden-Bierstadt 2 ** 2.0   3.0 4.0 3.0 3.0 4.0 3.0 0.0 8 13 22.0
2 SK 1950 Geisenheim 2 2.0 ** 4.0   3.0 3.0 3.0 4.0 2.5 0.0 8 13 21.5
3 TuS Makkabi Wiesbaden 1   0.0 ** 0.0 2.5 2.5 2.5 4.0 3.0 0.0 8 10 14.5
4 SK Bad Schwalbach 3 1.0   4.0 ** 2.0 2.5 3.0 2.0 1.0 0.0 8 8 15.5
5 FT Schierstein 1 0.0 1.0 1.5 2.0 ** 0.0   3.0 3.5 0.0 8 5 11.0
6 Sfr. Görsroth-Kesselbach 1 1.0 1.0 1.5 1.5 4.0 ** 2.0   2.0 0.0 8 4 13.0
7 SAbt TuS Dotzheim 5 1.0 1.0 1.5 1.0   2.0 ** 2.0 3.0 0.0 8 4 11.5
8 FC 1934 Wiesbaden-Bierstadt 3 0.0 0.0 0.0 2.0 1.0   2.0 ** 3.0 0.0 8 4 8.0
9 SK 1950 Geisenheim 3 1.0 1.5 1.0 3.0 0.5 2.0 1.0 1.0 ** 0.0 9 3 11.0
10 Wiesbadener SV 1885 4 0.0 0.0 0.0 0.0 0.0 0.0 0.0 0.0 0.0 ** 9 0 0.0

Die Entscheidung ist erst einmal vertagt. Bierstadt führt allerdings weiterhin mit einem halben Brettpunkt!

In der Schlußrunde am 6. Mai heißt es:
SK Bad Schwalbach 3 - SK 1950 Geisenheim 2
FC 1934 Bierstadt 2 - TuS Makkabi Wiesbaden 1

Die dritte Geisenheimer Mannschaft ist in der Schlußrunde spielfrei.


Die Gesamtergebnisse gibt es hier.

Bilder:

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