Doppelspieltag in Bierstadt

BL r07 01Doppelspieltag - dieses Mal in Bierstadt.
Die Bezirksligamannschaft mußte noch die Startrunde gegen Bierstadt nachholen und dies geschah am vergangenen Sonntag. Zeitgleich spielte auch die Jugendligamannschaft in Bierstadt und darüberhinaus bot Bierstadt auch noch dem Jugendliga-A-Spiel Dotzheim gegen BKA Wiesbaden eine Spielraummöglichkeit, so daß die "Hütte voll" war im Sportlerheim. Obwohl also 3 Wettkämpfe gleichzeitig gespielt wurden und der Nachwuchs klar in der Überzahl war, gab es keinerlei Grund für Beschwerden und die Spiele fanden in guter Atmosphäre statt.

Zuerst ein Kurzblick auf den Wettkampf, mit dem Geisenheim gar nichts zu tun hatte: Erfreulicherweise hat auch BKA Wiesbaden begonnen, sich in der Jugendarbeit zu engagieren. Aus alterstechnischen Gründen muß die Mannschaft in der JuLi A antreten (bei den Großen) und da war Dotzheim einfach mindestens eine Nummer zu groß für die neue BKA-Truppe - das Ergebnis wird hier galant verschwiegen...

Die Bezirksligamannschaft komplettierte das Team mit Jens Topfstedt, der in den letzten Jahren schon öfter und erfolgreich in der 2. Mannschaft ausgeholfen hat und Keven Schneider. Keven ist 14 Jahre alt und spielte zum allerersten Mal in der Bezirksliga. Sicherlich war er ein bißchen aufgeregt und da war es gut, daß Bierstadt am 5. Brett auch einen Jugendspieler stellte. Keven machte seine Sache dann auch sehr gut, die Eröffnung wurde besonnen und klassisch behandelt. In der Jugendliga hat man ja deutlich weniger Zeit auf der Uhr und die Kids müssen immer erst lernen, die Zeit auch gut zu investieren, aber auch hier machte Keven alles richtig und ließ sich bei jedem Zug viel Zeit. Der Jugendspieler auf der anderen Seite war vielleicht auch ein wenig aufgeregt und bot dann recht früh Remis, das Keven annahm. Ein schöner Erfolg, Keven!
Kurz danach machte auch Luca Remis. Auch er spielte gegen einen Jugendlichen, auch er hatte ordentlich Zeit investiert in die Eröffnung. Aus "Sokolski" (oder "Orang-Utan") mutierte die Partie in ein Englisch oder ein offenes Sizilianisch mit vertauschten Farben. Objektiv stand Luca ziemlich gut, aber er kannte sich im Stellungstyp nicht gut aus und haderte schon etwas mit einer Entscheidung, die er einige Züge zuvor im Zentrum getroffen hatte. So entschloß er sich, das Remisangebot ebenfalls anzunehmen.
Damit stand es 2 : 1 für Geisenheim, denn das Frontbrett wurde von Bierstadt nicht besetzt und ging so kampflos an die Lindenstadt.
Blieben also noch Jupp, Sophie und Jens, um wenigstens 1,5 Punkte für den Mannschaftssieg zu sammeln.
Jupp kam quasi direkt aus der Nachtschicht und sein Einsatz für die Mannschaft ist ihm hoch anzurechnen! Dann bekam er auch noch eine langwierige Verteidigungsaufgabe auf´s Brett. Mit Schwarz nahm er gegen den katalanischen Aufbau seines Gegners eine klassische Aufstellung  mit Damenfianchetto ein, doch irgendwie verpasste er es, im richtigen Moment seinen c-Bauern zu aktivieren. Weiß konnte sich in der Folge mit einem Springer auf c6 festsetzen, mittem im Herzen der schwarzen Stellung. Der Springer war unvertreibbar und lähmte das schwarze Spiel; Jupp kämpfte aber wie immer trotzdem verbissen und versuchte, seinen Laden zusammen zu halten. Im Endspiel mußte er aber dann doch erst Material geben, dann den Zusammenbruch seiner Stellung feststellen. 2 : 2
An Brett 3 erlebten wir eine Achterbahnfahrt. Sophie kam mit der Eröffnung des jugendlichen Gegners überhaupt nicht zurecht und ging hier "off-road", der Bierstädter Youngster drehte hingegen richtig hoch - es sah fast so aus, als würde Sophie zusammengeschoben. Sophie riss sich aber zusammen, "klebte" förmlich am Brett und verbiss sich in die Stellung. Auf dem Brett versuchte sie erst, den Laden zusammenzuhalten und schickte am Königsflügel schon einmal Spähtrupps los - der schwarze König war noch unrochiert und die kurze Rochade sollte Schwarz damit vermiest werden. Schwarz zeigte dann auch Respekt vor dem weißen Aufmarsch am Königsflügel, beließ den König in der Mitte, schnappte sich aber am äußersten Damenflügel, wohl etwas vorschnell, ein Bäuerchen. Dieser Moment der Disharmonie im schwarzen Lager nutzte Sophie, um die Mitte zu öffnen. Jetzt kippte die Partie vollständig: Sophie erhielt Initiative und war in ihrem Element, Schwarz fand kein Gegenmittel und brach schnell zusammen. Für den außenstehenden Betrachter war es erstaunlich zu sehen, wie die Partie "zwei Gesichter" hatte. Vor allem auch: kämpfen lohnt sich, auch in der Verteidigung!
Damit 3 : 2 für Geisenheim.

Jens spielte gegen "Papa Lichtenthäler" - das Duell gab es m.W. schon zwei Mal und jedesmal war es sehr spannend. Ralf Lichtenthäler hat zuerst seine Jungs zum Schachspiel gefahren, dann ist er mal als Ersatzspieler eingesprungen und hat dann "Blut geleckt", mittlerweile ist er "fester Ersatz". Wie schon die letzten Jahre war es auch in diesem Jahr zuerst ein Kampf auf Augenhöhe, das Jenssche Läuferpaar kam irgendwie nicht zur Geltung, der schwarze König war auch ein wenig allein gelassen. Aber auch auf weißer Seite war es eigentlich nur die Dame alleine, die Aktivität zeigen konnte. Und ebendiese Dame verkeilte sich irgendwie zwischen den schwarzen Figuren, kam ins Gedränge und ging gegen einen Turm verloren. "Der Rest ist Sache der Technik" heißt es so schön; Jens machte aber auch das gut, tauschte ein Turmpaar ab, um die Kraft der Doppeltürme zu brechen und ging dann in die Initiative am Königsflügel über. Weiß konnte den Laden (wenig überraschend) nicht zusammenhalten und wurde schließlich sogar mattgesetzt.

Damit also 4 : 2 für Geisenheim.
Geisenheim 2 schiebt sich damit auf den zweiten Tabellenplatz, einen Punkt hinter den Tabellenersten. Das ist erfreulich, doch "Aufstiegsphantasien" sind damit nicht verbunden, dafür sind BKA und Schierstein einfach zu stark. 


Die Einzelergebnisse:

Bierstadt 2-SK 1950 Geisenheim 22,0 : 4,0
 
 Keller, Christoph  -  Link, Michael - : +
 Weinreich, Stefan  -  Magnus, Jupp 1 : 0
 Lichtenthäler, Markus    Link, Sophie 0 : 1
 Raima, Jan  -  Daubitz, Luca ½ : ½
 Bährle, Julius  -  Schneider, Keven ½ : ½
 Lichtenthäler, Ralf    Topfstedt, Jens 0 : 1
       

Alle Ergebnisse des Spieltags gibt es hier.


In der Jugendliga gab es von Bierstädter Seite erstmal leider Unerfreuliches zu berichten: zwei der Bierstädter Spieler waren leider nicht erschienen, man hoffte noch auf deren Auftauchen. Der Bierstädter Captain versuchte nach Kräften, ein bis zwei Spieler zu finden, wenn schon nicht für die Hinrunde, dann doch wenigstens für die Rückrunde (in der JuLiB werden immer zwei Spiele an einem Tag ausgetragen.) Leider vergebens.
Zuerst wollten wir dann "die Rochade machen": Brett 1 wechstelt an 2 und Brett 4 an 3. Dann dann entschieden wir uns, daß Leo zwei Mal randarf, da Erik nachmittags noch ein Handballspiel hatte und dann auch froh war, zwischendurch eine kleine Pause zu bekommen. Diese Entscheidung sollte sich für die Mannschaft auch lohnen. Im Hinspiel konnte Leo mit Mühe und Not ein Remis erreichen, wogegen Konstantin erst eine schöne Angriffsstellung aufbaute, dann aber zu viel Material herschenkte. Trotzdem damit 2,5 : 1,5 für Geisenheim.
In der Rückrunde durfte Sidonia ran und sie spielte wiederum sehr gut. Sidonia fehlt einfach noch ein bißchen Wettkampferfahrung, dann wandelt sie auch ihre guten Stellungen in Punkte um! Leo am 1. Brett zeigte dann (gegen den gleichen Gegner, der schon einige Jahre mit dabei ist) in der Rückrunde, daß er im Hinspiel wohl noch nicht zu richtig wach war: bei heterogenen Rochaden brachte er seinen Königsangriff deutlich schneller und gefährlicher in Gang, den Schluß zum 3 : 1 für Geisenheim wollen wir dem geschätzten Leser keineswegs vorenthalten:




Bilder vom Spieltag in Bierstadt:

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